Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um 50ZERO und die Reduzierung deines CO2-Fußabdrucks.

Unser CO2-Fußabdruck und Möglichkeiten zur Reduktion

Wie hoch ist der durchschnittliche CO2-Footprint?

2018 lag der durschnittliche CO2-Footprint in Deutschland bei ca. 10,45 Tonnen. Diese Angabe beruht auf den Daten des Umweltbundesamtes nachdem in Deutschland in 2018 865,6 Millionen Tonnen CO2 emittiert wurden. Auf einen einzelnen Einwohner heruntergerechnet entspricht das einem Pro-Kopf-Aussstoß von 10,45 Tonnen.

Quellen: Umweltbundesamt, Eurostat

Wie kann ich meinen CO2-Footprint reduzieren?

Generell gibt es zwei Möglichkeiten, den eigenen CO2-Footprint zu reduzieren:

Möglichkeit 1: Emissionen verringern

Klimaschädliche Aktivitäten herunterfahren, z.B.:

  • Auf Interkontinentale Flugreisen verzichten
  • Bahn und ÖPNV statt Auto benutzen
  • Essgewohnheiten ändern, v.a. weniger Fleisch essen / verzichten

Möglichkeit 2: Emissionen ausgleichen

Eine Absenkung auf null Emissionen durch Verzicht und Änderung des Konsumverhaltens ist heute noch ein Ding der Unmöglichkeit. Was du trotzdem tun kannst ist, die eigenen CO2-Emissionen zu kompensieren:

  • Der Atmosphäre CO2 entziehen, durch Pflanzen von Bäumen oder technische Verfahren, die CO2 aus der Luft saugen und binden
  • CO2 gar nicht erst entstehen lassen, in dem man es z.B. bei der Energieerzeugung über die Entfernung von Emissionsrechten einspart

Wie funktioniert CO2-Offsetting?

Unter CO2-Offsetting versteht man die Kompensation der eigenen CO2-Emissionen, indem man sie an anderer Stelle einspart oder der Atmosphäre die entsprechende Menge wieder entzieht.

CO2-Offsetting funktioniert so (Beispiel):

  1. Du fliegst zum Sommerurlaub auf die Kanarischen Inseln und zurück. Damit bist du persönlich für ca. eine Tonne klimaschädlicher Emissionen verantwortlich. 
  2. Du nutzt Offsetting, um an anderer Stelle eine Tonne CO2-Äquivalente einzusparen oder der Atmosphäre zu entziehen.
  3. Verrechnet man beide Vorgänge miteinander, kommt unterm Strich eine schwarze Null raus. Das Offsetting der durch den Flug verursachten Emissionen macht es möglich, klimaneutral in den Urlaub zu fliegen.

Werden die größten Verschmutzer nicht einfach weiter CO2 in die Luft blasen - wie kann ich einen Unterschied machen?

Die Energiewirtschaft und Industrie mit sehr hohen Emissionen werden nicht morgen komplett aufhören, CO2 auszustoßen.

Aber wir können Sie systematisch dazu zwingen, weniger Emissionen auszustoßen und zu klimafreundlichen Investitionen bewegen, indem wir Ihnen Emissionsrechte wegnehmen: Durch das Stilllegen von Emissionsrechten sinkt nicht nur die Menge an Emissionsrechten, sondern der Ausstoß von CO2 wird auch teurer.

Ein steigender Preis ist immer ein Anreiz für Unternehmen zu handeln. Die Unternehmen müssen überlegen, ob sie für den CO2-Ausstoß bezahlen oder besser gleich in klimafreundliche Technologie investieren. Und der Gesamtausstoß ist limitiert. Genau darauf setzen wir mit 50ZERO: Jede Tonne CO2 weniger zählt!

Fragen zu 50ZERO

Wie setzt sich der Preis zusammen?

Vorweg: Uns ist es sehr wichtig, 100% transparent bei der Preisgestaltung sein. Der Preis bei 50ZERO setzt sich aus drei Teilen zusammen:

1. Dem Preis für den Aufkauf von Emissionrechten (CO2-Zertifikaten)
2. Mehrwertsteuer
3. Ein kleiner Anteil für unseren Kosten (Handelsgebühren, Gehälter)

Der Preis für eine Tonne CO2 im Europäischen Emissionshandel liegt derzeit bei ca. 25 €. Dabei handelt es sich um einen Nettopreis ohne Mehrwertsteuer. Für den Ausgleich einer Tonne CO2 berechnen wir dir ca. 32 €, davon sind etwa 5,10 € Mehrwertsteuer, die verbleibenden 26,90 € setzen sich zu ca. 25 € (entspricht ca. 90%) aus dem Preis für den Kauf des Emissionsrechts zusammen und einem verbleibenden Anteil von ca. 10%, den wir nutzen wir um unsere Kosten, insbesondere Handels- & Zahlungsgebühren und Gehälter, zu decken.

Übrigens: Die Erlöse, die die EU-Staaten aus der Versteigerung der Emissionsrechte generieren, landen in Europäischen Innovations- und Modernisierungsfonds, in Deutschland ist das der Energie- und Klimafonds, aus denen Forschung & Förderungen für CO2-neutrale Technologie finanziert werden. Dein Beitrag lohnt sich also gleich mehrfach.

Erwirtschaftet ihr mit meinem Beitrag Gewinne?

Nein. Wenn du bei uns als Privatperson deinen CO2-Fußabdruck kompensierst, machen wir keinen Gewinn. Mit deinem Beitrag finanzieren wir den Aufkauf der Emissionsrechte und unsere Kosten (Transaktionsgebühren, Gehälter und Werbekosten).

Was ist das besondere an 50ZERO?

Zusammengefasst:

Mit deinem Ausgleich über 50ZERO senkst du Emissionen in Europa und sorgst damit dafür, dass dein Footprint nicht nur einmalig kompensiert wird, sondern langfristig sinkt.

Etwas mehr Hintergrund:

  • Die 50ZERO Community erwirbt EU-Emissionsrechte und legt diese still
  • Dadurch sinkt die CO2-Obergrenze für die Energiewirtschaft und Industrie und damit auch die Möglichkeit für viel-verschmutzende Unternehmen in Europa klimaschädliche Gase auszustoßen. Und zwar unmittelbar.
  • Durch die Verknappung und den steigenden Preis für CO2 setzen werden klimaschädliche Geschäftsmodelle wie die Erzeugung von Kohlestrom unprofitabel, gleichzeitig steigen die Anreize auf klimafreundliche Technologien umzustellen.

Und was machen andere?

Viele Offsetting-Anbieter setzen auf die Unterstützung von klimafreundlichen Projekten: Seit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls 1997 gibt es weltweit anerkannte Mechanismen, mit denen sich klimafreundliche Projekte durch den Verkauf von speziellen Zertifikaten finanzieren. Diese Zertifikate bestätigen, dass durch das Projekt Emissionen eingespart werden (z.B. indem in einem Entwicklungsland Solaröfen gebaut werden) oder CO2 aus der Atmosphäre entzogen wird (z.B. durch Aufforstung von abgerodeter Waldfläche in Südamerika). Unternehmen oder Personen, die Offsetting betreiben möchten, können diese Zertifikate über Börsen und Vermittler kaufen.

Ein Problem an dieser Methode ist, dass dieser Ausgleich kaum Anreize setzt, die Emissionen bei uns in Europa tatsächlich zu senken: Wir setzen daher auf das Stilllegen von europäischen Emissionsrechten.

Was passiert, wenn Emissionsrechte durch 50ZERO stillgelegt werden?

50ZERO kauft Emissionsrechte ein und legt diese still, dass sie heißt sie werden auf einem Konto im EU-Register weggesperrt und nie eingelöst oder verkauft. Zu einem späteren Zeitpunkte werden die Emissionsrechte für immer gelöscht.

Warum wir das nicht gleich machen? Das liegt an der so genannten Marktstabilitätsreserve im Europäischen Emissionshandel. Einen Teil der Emissionsrechte hat die EU in der Vergangenheit nicht versteigert, sondern eingelagert. Je nachdem wieviele ungenutzte Emissionsrechte im Umlauf sind, wird diese Reserve entweder genutzt oder gelöscht. Wir wollen nicht, dass diese Reserve genutzt wird. Je mehr ungenutzte Emissionsrechte es gibt, desto eher wird die Reserve gelöscht. Da gehaltene Emissionsrechte als verfügbare Emissionsrechte gelten, führt das eher dazu, dass die Reserve gelöscht wird. Ab 2023 wird die Reserve systematisch gelöscht. Sobald sie vollkommen leer ist, löschen auch wir die von uns gehaltenen Emissionsrechte. Indem wir halten & später löschen, haben wir eine größere Wirkung verglichen mit der sofortigen Löschung.

Erhalte ich eine Spendenbescheinigung?

Leider können wir keine Spendenbescheinigungen ausstellen.

Die CO2-Bepreisung in der Europäischen Union

Wie funktioniert der Europäische Emissionshandel (ETS)?

Zusammengefasst:

  • Die EU definiert eine jährliche Obergrenze für CO2-Emissionen und gibt eine entsprechende Menge an Emissionsrechten aus
  • Jährlich müssen ETS-Teilnehmer (Energiewirtschaft & Industrie) ihre CO2-Emissionen vorrechnen und die enstprechende Menge an Emissionsrechten einreichen
  • Haben sie zu wenig, müssen sie zusätzliche Zertifikate ersteigern oder bei einem anderen Unternehmen erwerben.
  • Tun sie dies nicht, zahlen sie hohe Strafen

Etwas mehr Hintergrund:

Die EU definiert entsprechend den vereinbarten Klimaschutzzielen eine jährliche Obergrenze von CO2-Äquivalenten für den Europäischen Raum, die stetig abnimmt, und gibt die resultierende Anzahl von Emissionsrechten aus. Zur Teilnahme am ETS sind vor allem die Energiewirtschaft und große Industriebetriebe verpflichtet. Es gibt aber auch freiwillige Teilnehmer, z.B. Händler. Alle Teilnehmer können Emissionsrechte von der EU ersteigern. Einen kleineren Teil an Emissionsrechten gibt die EU kostenlos aus.

Einmal im Jahr muss jeder Anlagenbetreiber der EU vorrechnen, für wie viele Treibhausgasemissionen er in diesem Jahr verantwortlich war. Dann muss er die entsprechende Menge von Emissionsrechten an die EU übergeben, die dort dann gelöscht werden. Ein Zertifikat kann nur einmal eingelöst werden.

Wenn ein Anlagenbetreiber nicht genug Emissionsrechte hat, muss er zusätzliche Emissionsrechte ersteigern oder von anderen Marktteilnehmern abkaufen. Wenn nicht, droht eine empfindliche Strafe, von bis 500.000 € Bußgeld und über 100 € pro Tonne als Nachzahlung. Gehandelt werden die Emissionsrechte entweder bilateral zwischen zwei Unternehmen oder über einen Marktplatz, z.B. die EEX in Leipzig. Über die Versteigerung und den Handel ergibt sich ein Marktpreis für Emissionsrechte.

Was passiert mit dem Geld, dass die EU durch den Emissionshandel einnimmt?

Das Geld, das die EU bzw. die Mitgliedsstaaten durch die Versteigerung von Emissionsrechten einnimmt, landet in Europäischen Innovations- und Modernisierungsfonds, z.B. dem deutschen Energie- und Klimafonds, mit denen die Transition zu einem CO2-neutralen europäischen Wirtschaftsraum unterstützt werden soll. In 2018 waren das ganz konkret über eine Milliarde Euro, die in das CO₂-Gebäudesanierungsprogramm sowie in die Weiterentwicklung der Elektromobilität flossen. Dein Beitrag lohnt sich also gleich mehrfach.

Wie funktioniert die Marktstabilitätsreserve? Hat das Löschen von Emissionsrechten überhaupt eine Wirkung?

Da es in der Vergangenheit zu viele Emissionsrechte gab, hat die EU mit dem so genannten Backloading eine größere Menge an Emissionsrechten nicht versteigert, sondern zurückgehalten.

Diese Emissionsrechte wurden in die so genannte Marktstabilitätsreserve überführt und dort eingelagert. Diese Reserve wird ab 2023 systematisch gelöscht, davor kann sie ggf. aber noch genutzt werden, das hängt davon ab wieviele ungenutzte Emissionsrechte im Umlauf sind: Je mehr ungenutzte Emissionsrechte es gibt, desto eher wird die Reserve gelöscht.

Da gehaltene Emissionsrechte als verfügbare Emissionsrechte gelten, führt das eher dazu, dass die Reserve nicht genutzt sondern gelöscht wird. Aus diesem Grund löschen wir die Emissionsrechte nicht sofort, sondern halten sie solange bis die Marktstabilitätsreserve von der EU gelöscht wurde. Erst dann löschen auch wir die von uns gehaltenen Emissionsrechte. Somit haben wir einen größeren Effekt.

Warum gibt es den Europäischen Emissionshandel (ETS)?

Die EU setzt das Emissions Trading System (ETS) ein, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen. Aktuell gilt: Die EU hat sich verpflichtet, bis 2030 ihre Treibhausgasemissionen um mindestens 40 Prozent zu reduzieren (Basisjahr 1990). Soviel kann man schon einmal sagen: Die Geschwindigkeit, mit der die Treibhausgasemissionen in Europa gesenkt werden, muss sich erhöhen, um die Pariser Ziele zu erreichen.

Was ist ein CO2-Zertifikat?

Ein CO2-Zertifikat im Sinne des Europäischen Emissionshandels (EU ETS) berechtigt einmalig zum Ausstoß von einer Tonne CO2-Äquivalent, deswegen spricht auch von Emissionsberechtigung oder Emissionsrecht. Warum Äquivalent? Neben CO2 gibt es noch andere klimaschädliche Gase, z.B. Methan. Ihre Wirkungsweise auf das Klima misst man in CO2-Äquivalenten, z.B. entspricht der Ausstoß einer Tonne Methan dem Ausstoß von 25 Tonnen CO2. Der offizielle Name für eine CO2-Zertifikat in der EU lautet übrigens European Union Allowance (EUA).

Was kostet ein Emissionsrecht?

Der Preis von EU-Emissionsrechten liegt derzeit bei ca. 25 € netto.

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